Archive for June, 2017

Bei einem Dauerproduzenten wie Will Long alias Celer, der keine Pause zu kennen scheint und in den letzten Jahren dutzende Releases herausgehauen hat, bleibt es nicht aus, dass sich der eine oder andere Entwurf als Sackgasse erweist, auf die der eigene kreative Fluss mit einer Blockade reagiert. Manchmal mag der Papierkorb der beste Freund des Schaffenden sein, doch wenn da Gefühl nicht losbekommt, dass in einem scheinbar unbearbeitbaren Fragment doch noch Potenzial steckt, liegen zwei Lösungen nahe: Die eine wäre, etwas Zeit verstreichen zu lassen und ich dem Material später erneut zu nähern, mit er entsprechenden Distanz, die es wie das Werk einer anderen Person erscheinen lässt. Die andere wäre, auf Kollaboration zu setzen und Kollegen mit der Dekonstruktion des Stoffes zu betrauen.

Long hat sich im Entstehungsprozess der hier vorliegenden Aufnahmen für beides entschieden, und so entstand über einen Zeitraum von rund vier Jahren im Austausch mit Dirk Serries (Fear Falls Burning, Vidna Obmana), den er zunächst ohne viel Hoffnung anleierte, doch noch ein ganzes Album, dem man eines schon mal bescheinigen darf: Es wirkt derart homogen und harmonisch, dass man ihm die verquere Vorgeschichte kaum anmerkt.

„Background Curtain“ ist ein sanft dröhnendes und angenehm schwermütiges Ambientalbum geworden, dessen lange und weit ausgreifende Soundscapes auch durch die ungewöhnliche Färbung der Sound an Substanz gewinnt. Gerade in ruhigeren Momenten der gemach an und abschwellenden Klänge blitzt immer mal die (trügerische?) Illusion ortbarer Instrumente auf, eine Schiffssirene, eine Klarinette, das Läuten einer Kirchenglocke oder raue Gitarren. Doch die Klangquellen sind nicht so relevant, erfüllen solche Momente doch vor allem die Funktion, den Hörer nicht vollends der Einlullung preiszugeben. Ist die Aufmerksamkeit erst entsprechend geschärft, dann ist der düstere Untergrund aus atonalem Rauschen und Rumoren immer deutlicher zu hören, ebenso die kleinen exaltierten Synthietupfer, die vereinzelt aus dem melierten Soundgemisch herausspringen.

Beide Musiker haben schon Ereignisreicheres produziert als die beiden ausladenden Tracks, die dem ursprünglichen Material eine jeweils andere Gestalt verpassen. Wer also im Ambien Spannung (oder auch so etwas wie Berieselung) sucht, der soltle sich zuvor die im Netz verfügbaren Auszüge anhören. Bestens bedient werden Freunde der subtilen Regression und alle, die mit Vorliebe Verstecktes aufspüren.

Another Blue Day is like blueberry-flavored ambient bubblegum: thin enough to pop, and light, playful music for the warmer Summer months. Spherical in tone and more than capable of riding on currents of soft, shampooed air, Another Blue Day emerges, fizzes and dissolves like a can of just-opened soda, flooding the body with a refreshing sound while at the same time reflecting nothing but a cloudless azure sky. Taste the feeling!

A pristine afternoon contains a natural beauty, like a girl without her makeup on. Celer‘s light tones are always in flux despite their looping nature, swelling and subsiding with ease. A bass-bruise vibrates on and off, thrumming in and out of soft focus, and this is the only other element beside the stick-thin drone.

Attuned to everything around it, a radiant drone sways the day away; you get the feeling its only aim is to make peace with all things. It lights upon brooks and gardens, pouring through leaves and having a positive impact on the process of photosynthesis. It sweeps over courtyards, streams and dales, lighting up the green shoots of grass – putting its focus upon these things. Existing in a pure state of being, and illuminating everything with a wave of subdued joy, the sparkling music envelops the curving sky with a wash of baby blue. The drone occasionally reaches up higher with a whistling loop-of-a-melody, coming across as slightly drunk on a balmy summer evening. The recurring bass has a responsibility in that it allows the drone to bend without it snapping.

The second piece, “And Another”, has more of a swollen sound, but for all of its inflation it still retains a surprisingly agile physique. The drone twirls and swoons with its slow-motion, gravity-defying gymnastics, utterly unchained as it scoops up the air, draping the atmosphere in sunny Saturday shades.