Ein wunderbares Nachthimmelfoto von Danielle Baquet-Long ziert das Klappcover. Die jung verstorbene Künstlerin ist immer noch allgegenwärtig in der liebenden Erinnerung ihres Celer-Partners und Ehemanns Will Long. Die Kollaboration mit dem ähnlich umweltbewussten Japaner basiert auf geteilten Vorlieben für feierabendliche Stimmungen, Natureinsamkeit, einer Sehnsucht nach Veränderung, die einen in der Nähe von Flughäfen erfasst. Onodera, 2007 mit dem DRONE-Gütesiegel versehen, tönt die vier gemeinsamen Dröhnscapes mit Gitarrensound und Geige, Celer mit Strings, Theremin, Ocarina. Basis sind aber Feldaufnahmen, wie der schöne Einstieg in ‚An Imaginary Tale of Lost Vernacular‘ mit den Schreien von Wildgänsen. Verlorene Heimatsprache heißt auch verlorenes Zuhause. Ausserhalb von Arkadien bleibt nur ‚The Street Of A Rainy, Gray Day‘ und auf Bahnhöfen und in der trappelnden, geschwätzig lärmenden Masse ein Bewusstsein, auch ‚A Renewed Awareness of Home‘. Balsam für die wunde Seele ist der Drone, sonores, summendes, wenn auch noch dunkles Gedröhn. Beschwörender noch ist die rituelle Litanei eines japanischen Volksbrauchs. Ich halte es da mit Ernst Bloch: Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen… Hat er (der Mensch) sich erfasst … so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat. [BA 68 rbd]

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